Dreikönigssingen 2025

Erhebt eure Stimme - Sternsingen für Kinderrechte

Unter dem Motto „Erhebt eure Stimme! Sternsingen für Kinderrechte“ stehen die Rechte von Kindern im Fokus der Sternsingeraktion 2025. Auf dem Plakat sind die Geschwister Yeider und Dayana aus Kolumbien zu sehen. Sie stehen stellvertretend für unzählige Kinder, deren Rechte an vielen Orten dieser Welt massiv verletzt werden.
Im Jahr 1990 trat die von 196 Staaten unterzeichnete UN-Kinderrechtskonvention im Kraft. Und obwohl das Bewusstsein dafür, dass Kinder Rechte haben und dass die Erwachsenen diese garantieren und umsetzen müssen, gestiegen ist, sind Kinder auch jenseits von Kriegen und Konflikten Tag für Tag von Ausbeutung, Missbrauch und Vernachlässigung betroffen.

Weltweit setzen sich die Partnerorganisationen der Sternsinger dafür ein, dass besonders benachteiligte Kinder sich gut entwickeln, ihre Bedürfnisse ausdrücken und ihre Rechte umsetzen können. Als Beispiele sollen hier das Benposta-Projekt in Kolumbien und die Gemeinschaft „Sankt Paul der Apostel“ in der Region Turkana im Norden Kenias vorgestellt werden.

Im Sternsingerprojekt Benposta in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá haben Yeider und Dayana Zuflucht vor der Gewalt und Armut in ihrem Viertel gefunden. Gemeinsam mit den anderen Kindern und Jugendlichen im Projekt setzen sie sich für ein friedliches Zusammenleben ein, das auf Nächstenliebe, gegenseitigem Respekt und der Wahrung der Kinderrechte gründet.

Auf dem Benposta-Gelände leben derzeit 70 Kinder und Jugendliche aus ganz Kolumbien, die Gewalt oder Vernachlässigung erleben mussten. Neben Schutz, Therapie und Bildung erfahren sie hier auch Friedenserziehung.

Auch auf Partizipation wird in der sogenannten Kinderrepublik Benposta großen Wert gelebt: Die jungen Menschen gestalten ihren Alltag weitgehend mit und wählen sogar alle zwei Jahre einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin.

Nachmittags können die Mädchen und Jungen bei Benposta zwischen verschiedenen Freizeitangeboten wählen: neben Gartenarbeit, Karate, Trommeln oder Tanz gibt es auch einen Workshop, in dem sie gemeinsam Armbänder herstellen. In einer Nähwerkstatt entwerfen sie ihre eigene Kleidung oder Kostüme für Theater- und Tanzaufführungen.

Dayana hat bei Benposta schon viele neue Freundschaften geschlossen: „In unserer Freizeit treffen wir uns am liebsten neben dem Fußballfeld, machen unsere Hausaufgaben, quatschen und spielen“, erzählt sie. „Benposta ist mein Zuhause, vor allem wegen der Menschen und wegen des Zusammenhalts.“

Die Gemeinschaft Sankt Paul der Apostel kümmert sich in der Region Turkana im Norden Kenias um die Gesundheitsversorgung von Kindern und schwangeren Frauen. Sie organisiert Projekte zur Ernährungssicherheit und betreibt Schulen. Ihre Arbeit trägt entscheidend dazu bei, die Kinderrechte auf Gesundheit, Ernährung und Bildung zu gewährleisten.

„Traditionell existieren hier keine Kinderrechte“, erklärt Sternsinger-Projektpartnerin Schwester Scholastica Wamalwa. „Wir erklären den Eltern, dass Kinder ein Recht darauf haben, zur Schule zu gehen oder das Recht, zu spielen. Dieses Bewusstsein setzt sich langsam durch, wenn wir die Gemeinschaft weiter aufklären.“

In der Turkana herrschen Dürre, Wassermangel und Hunger. Viele Kinder sind aufgrund der schlechten Lebensbedingungen krank. Das Gesundheitsprogramm der Missionsgemeinschaft erreicht aktuell rund 35.000 Menschen, darunter etwa 10.700 Kinder unter fünf Jahren.

272 Mädchen und Jungen von der Vorschule bis zur siebten Klasse lernen und leben derzeit in der Internatsschule „Unsere Königin des Friedens“ in Todonyang, im Norden der Turkana. „Wir möchten den Kindern Bildung ermöglichen, damit sie ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen können“, erklärt Schuldirektor Ochieng Owiye.
Die Missionsgemeinschaft überzeugt die Familien, wie wichtig der Schulbesuch für die Zukunft ihrer Kinder ist. Neben Bildung bieten ihre Schulen auch regelmäßige Mahlzeiten, da die Menschen in der Region vor allem während der Trockenzeit oft Hunger leiden.

In den vergangenen 35 Jahren hat sich weltweit schon viel getan:
Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren ist um etwa die Hälfte zurückgegangen, ebenso der Anteil unterernährter Kinder.
Mehr Kinder als je zuvor gehen in die Schule und die Kinderarbeit verringerte sich um etwa ein Drittel.

Dennoch ist die Not von Millionen Kindern weiterhin groß.